Leinwandbindung
Fäden kreuzen sich streng im Wechsel 1:1. Das Ergebnis ist matt, griffig und robust.
Auf die Frage, welche Webarten es bei Bettwäsche gibt, gibt es eine klare Antwort: Es sind drei Grundbindungen – Leinwandbindung, Atlasbindung und Köperbindung –, aus denen fast alle bekannten Bettwäsche-Stoffe entstehen. Viele Namen auf dem Etikett verwirren beim Kauf. Perkal, Renforcé oder Satin klingen wie Materialien, meinen aber die Webart. Wer die drei Bindungen kennt, versteht schneller, wie sich ein Stoff anfühlt und für welche Jahreszeit er geeignet ist. Diese Vielfalt lässt sich direkt als Bettwäsche im Shop ansehen.
Eine Webart ist die Art, wie Kett- und Schussfäden in einem Stoff miteinander verkreuzt werden. Das Material bestimmt, aus welcher Faser der Stoff besteht. Die Webart bestimmt, wie sich diese Faser am Ende anfühlt.
Genau hier entscheidet sich, ob Bettwäsche matt oder glänzend, glatt oder angeraut, kühl oder warm wirkt. Dieselbe Baumwolle ergibt je nach Bindung einen völlig anderen Stoff. Deshalb lohnt der Blick auf die Webart mehr als auf den bloßen Materialnamen.
Bei Bettwäsche gibt es drei Grundbindungen: die Leinwandbindung, die Atlasbindung und die Köperbindung. Aus diesen drei Techniken leiten sich alle gängigen Stoffe ab. Die Unterschiede entstehen dadurch, wie oft und in welchem Muster die Fäden übereinander laufen.
Fäden kreuzen sich streng im Wechsel 1:1. Das Ergebnis ist matt, griffig und robust.
Ein Faden überspringt mehrere Gegenfäden. So entsteht eine glatte, glänzende Oberfläche.
Versetzte Kreuzungspunkte bilden einen diagonalen Grat, wie man ihn von Jeansstoff kennt.
Die Leinwandbindung ist die einfachste und stabilste Webart, bei der Kett- und Schussfaden im Wechsel 1:1 übereinander laufen. Lockere Gewebe verziehen sich unter Reibung und häufiger Wäsche schnell. Die enge 1:1-Verkreuzung verhindert das und macht den Stoff formstabil.
Ober- und Unterseite sehen dabei identisch aus, die Oberfläche bleibt matt und griffig. Auf dieser Bindung beruhen die bekanntesten Baumwollstoffe: Renforcé als robuster Allrounder und das feinere, dichtere Perkal. Auch das leichte Linon für Kinderbettwäsche gehört dazu.
Die Atlasbindung – auch Satinbindung genannt – ist die Webart, bei der ein Faden mehrere Gegenfäden überspringt und so eine glänzende, glatte Oberseite entsteht. Wichtig für den Kauf: Satin ist eine Webart, kein Material.
Der typische Vertreter ist Mako-Satin aus merzerisierten Baumwollgarnen. Die Oberseite glänzt seidig, die Unterseite bleibt matt. Der Stoff fühlt sich kühl und fließend an und wirkt temperaturausgleichend über das ganze Jahr.
Die Köperbindung ist die Webart mit dem typischen Diagonalgrat, wie man ihn von Jeansstoff kennt. Die Kreuzungspunkte der Fäden sind versetzt und bilden eine schräg verlaufende Linie.
Diese Struktur nimmt Aufrauen gut an. Deshalb dient sie oft als Basis für kuschelige Winterstoffe: Biber und der etwas feinere Flanell werden nach dem Weben angeraut und wärmen dadurch spürbar.
Das Material ist die Faser, die Webart ist die Bauweise des Stoffs daraus. Beide werden auf Etiketten gern vermischt. Baumwolle ist ein Material. Renforcé, Perkal und Satin sind dagegen Webarten beziehungsweise daraus entstehende Gewebequalitäten.
Ein und dieselbe Baumwolle kann als mattes Renforcé, als feines Perkal oder als glänzender Satin gewebt sein. Wer das trennt, kauft gezielter: erst die Faser für das Hautgefühl wählen, dann die Webart für Optik und Griff.
Zum Beispiel Baumwolle, Leinen oder Lyocell.
Zum Beispiel Leinwand-, Atlas- oder Köperbindung.
Fast jeder bekannte Bettwäsche-Stoff lässt sich einer der drei Grundbindungen zuordnen, mit zwei Sonderfällen. Seersucker entsteht durch unterschiedliche Fadenspannung und bildet einen Krepp-Effekt. Jersey ist streng genommen keine Webart, sondern gestrickte Maschenware. Die folgende Übersicht ordnet die gängigen Stoffe ihrer Bindung zu:
| Stoff | Webart / Bindung | Oberfläche | Typische Jahreszeit |
|---|---|---|---|
| Renforcé | Leinwandbindung | matt, glatt | Ganzjahr |
| Perkal | Leinwandbindung (fein, dicht) | matt, kühl | Sommer |
| Linon | Leinwandbindung (leicht) | glatt, luftig | Sommer |
| Musselin | Leinwandbindung (locker) | leicht, weich | Sommer |
| Mako-Satin | Atlasbindung | seidig glänzend | Ganzjahr |
| Biber | Köperbindung, angeraut | flauschig | Winter |
| Flanell | Köperbindung, angeraut | weich, warm | Winter |
| Seersucker | Krepp (Sonderform) | streifig, luftig | Sommer |
| Jersey | Maschenware (gestrickt) | dehnbar, weich | Ganzjahr |
Webart und Fadenzahl bestimmen gemeinsam, wie fein und dicht ein Stoff wirkt. Die Webart legt das Grundmuster fest. Die Fadenzahl gibt an, wie viele Fäden auf einer Fläche verwebt sind.
Ein gutes Beispiel sind Renforcé und Perkal: Beide nutzen dieselbe Leinwandbindung. Erst die feineren Garne und die höhere Fadenzahl machen aus dem robusten Renforcé das zartere, kühlere Perkal. Bindung und Fadenzahl zusammen ergeben also den fertigen Charakter eines Stoffs; die reine Webart sagt noch nichts über die Feinheit aus.
Kühle, glatte Bindungen eignen sich für den Sommer, angeraute Bindungen für den Winter. Ein falsch gewählter Stoff führt nachts zu Schwitzen oder Frösteln. Die richtige Webart je Saison beugt dem vor. Glatte Oberflächen aus Leinwand- oder Atlasbindung leiten Wärme ab. Angeraute Köperstoffe speichern sie. Die folgende Tabelle zeigt, welche Webart wann am besten schläft:
| Webart / Stoff | Schlafgefühl | Jahreszeit | Pflege |
|---|---|---|---|
| Perkal (Leinwand) | kühl, trocken | Sommer | bügelintensiv |
| Seersucker (Krepp) | luftig, leicht | Sommer | bügelfrei |
| Mako-Satin (Atlas) | glatt, temperaturausgleichend | Ganzjahr | bügelarm |
| Renforcé (Leinwand) | ausgeglichen, robust | Ganzjahr | pflegeleicht |
| Jersey (Maschenware) | weich, dehnbar | Ganzjahr | bügelfrei |
| Biber / Flanell (Köper) | warm, flauschig | Winter | pflegeleicht |
Glatte, leichte Qualitäten wie Perkal, Seersucker oder Satin unterstützen ein luftiges Schlafgefühl.
Sommerbettwäsche ansehenAngeraute Qualitäten wie Biber und Flanell speichern mehr Wärme und fühlen sich kuschelig an.
Winterbettwäsche ansehenEs gibt keine grundsätzlich beste Webart, nur die passende für Ihren Zweck. Perkal und Satin punkten im Sommer mit kühler, glatter Oberfläche. Biber und Flanell wärmen im Winter. Renforcé ist der pflegeleichte Allrounder fürs ganze Jahr.
Satin ist eine Webart, kein Material. Gemeint ist die Atlasbindung mit ihrer glänzenden Oberseite. Das Material darunter ist meist Baumwolle, beim hochwertigen Mako-Satin eine besonders feine Mako-Baumwolle.
Perkal wird aus feineren Garnen und mit höherer Fadenzahl gewebt als Renforcé. Die Webart ist bei beiden identisch. Erst Garnfeinheit und Fadenzahl machen Perkal zarter und kühler auf der Haut.
Nein, Jersey ist keine Webart, sondern eine gestrickte Maschenware. Der Stoff wird nicht verwebt, sondern wie ein T-Shirt gestrickt. Das macht ihn dehnbar, weich und bügelfrei.
Am pflegeleichtesten sind Satin, Seersucker und Jersey. Ihre Oberflächen fallen glatt oder brauchen dank Krepp- und Strickstruktur kein Bügeln. Leinwandbindungen wie Renforcé und Perkal knittern etwas stärker.
Für Allergiker eignen sich dicht gewebte, glatte Bindungen wie Perkal und Satin. Ihre feine Oberfläche bietet Hausstaubmilben wenig Halt. In Kombination mit einer Wäsche bei 60 °C reduziert das die Milbenlast zuverlässig. Bitte beachten Sie dabei immer die Pflegeangaben des jeweiligen Produkts.